Emissionsminderung für die Explosionsgruppen IIA, IIB und IIC

Mobile Brennkammer

Brennbare Gase und Dämpfe entstehen oder entweichen in vielen industriellen Prozessen. Das kann im laufenden Betrieb ebenso der Fall sein wie bei der Lagerung von Produkten, bei Befüll- und Entleervorgängen, Produktwechseln, Wartungsarbeiten oder beim Vorbereiten von Tanks und Anlagen für Inspektionen. Damit schädliche Emissionen nicht unkontrolliert in die Atmosphäre gelangen, kommen technische Verfahren zur Emissionsminderung zum Einsatz, die für die Behandlung von Stoffen und Stoffgemischen der Explosionsgruppen IIA, IIB und IIC geeignet sind.

Was bedeuten IIA, IIB und IIC?

Die Bezeichnungen IIA, IIB und IIC stammen aus dem Explosionsschutz. Sie klassifizieren brennbare Gase und Dämpfe anhand ihrer explosionsrelevanten Eigenschaften. Die Einteilung ist insbesondere für die Auswahl und Auslegung geeigneter Betriebsmittel und Sicherheitseinrichtungen wichtig.

Ein explosionsfähiges Gemisch kann entstehen, wenn sich ein brennbarer Stoff in einem bestimmten Konzentrationsbereich mit Luft beziehungsweise Sauerstoff vermischt. Wie leicht ein solches Gemisch entzündet werden kann und welche Anforderungen daraus an die eingesetzte Technik entstehen, unterscheidet sich je nach Stoff. Grundsätzlich steigen die Anforderungen an den Explosionsschutz von IIA über IIB bis IIC. Die Zuordnung beschreibt Eigenschaften, die für die Entzündbarkeit und die Ausbreitung einer möglichen Explosion relevant sind.

  • Explosionsgruppe IIA: Zur Gruppe IIA gehören viele Stoffe, die beispielsweise in Raffinerien, Tanklagern, der chemischen Industrie sowie bei der Lagerung und dem Umschlag von Mineralölprodukten vorkommen. Typische Beispiele sind Propan, Benzin, Aceton, Ethanol, Benzol, Toluol und Ammoniak.
  • Explosionsgruppe IIB: Stoffe der Explosionsgruppe IIB stellen höhere Anforderungen an explosionsgeschützte Systeme. Bekannte Beispiele sind etwa Ethylen, Ethen, Ethylenoxid und Schwefelwasserstoff. Solche Stoffe sind insbesondere in petrochemischen und chemischen Produktions-, Lager- und Verarbeitungsprozessen relevant.
  • Explosionsgruppe IIC: Die hochgefährliche Explosionsgruppe IIC stellt besonders hohe Anforderungen an den Explosionsschutz und umfasst besonders leicht entzündliche Stoffe sowie Produkte mit besonders anspruchsvollen Eigenschaften im Hinblick auf den Explosionsschutz. Typische Beispiele sind Wasserstoff, Schwefelkohlenstoff und Acetylen. Für Anwendungen mit Stoffen dieser Gruppe gelten entsprechend hohe Anforderungen an die eingesetzte Technik.

Herausforderungen bei der Emissionsminderung

Für Betreiber von industriellen Anlagen stellt sich nicht nur die Frage, wie Emissionen möglichst vermieden werden können. Ebenso wichtig ist es, unvermeidbare Gas- und Dampfströme sicher zu erfassen und zu behandeln. Bei der technischen Emissionsminderung gilt es daher, die gesamte Prozesskette zu betrachten. Dazu zählen neben der eigentlichen Behandlungseinheit beispielsweise auch Schlauch- und Rohrleitungssysteme, Armaturen, Gebläse, Flüssigkeitsabscheider und geeignete Sicherheitseinrichtungen.

Die Explosionsgruppe allein reicht für die technische Auslegung nicht aus. Weitere wichtige Parameter bei der Emissionsreduzierung sind unter anderem die Konzentration der Stoffe, Temperatur, Druck, die zu behandelnde Gasmenge, der Volumenstrom und der Sauerstoffgehalt. Auch mögliche Schwankungen während eines Prozesses müssen berücksichtigt werden.

Mobile Emissionsminderung als flexible und effiziente Lösung

Mit mobilen Brennkammern lassen sich brennbare Gase und Dämpfe kontrolliert thermisch behandeln. Zu behandelnde Gasströme werden erfasst, über Rohrleitungen zur Brennkammer geführt und dort unter kontrollierten Bedingungen oxidiert. Mit einer Verbrennungseffizienz von über 99,99 % lässt sich die Freisetzung von organischen Emissionen deutlich reduzieren – umweltfreundlich und ohne offene Flamme.

Mobile Entgasung bietet eine effiziente Möglichkeit, Anlagen und Behälter gezielt von Abgasen, Dämpfen und Restgasen zu befreien und diese anschließend kontrolliert zu behandeln. Die Anlagen von ETS Degassing sind dabei für die Behandlung von Stoffen aus den Explosionsgruppen IIA, IIB und IIC geeignet. Durch ihre mobile Funktionsweise als Container oder Trailer lassen sich die Brennkammern ortsunabhängig flexibel genau dort einsetzen, wo Emissionen entstehen: in Tanklagern, Raffinerien, Häfen, Umschlagterminals und chemischen Anlagen.

Anwendungen für mobile Brennkammern in der Emissionsminderung sind die Entgasung von Tanks, Pipelines, Schiffen, Binnenschiffen und weiteren Komponenten wie Saugwagen sowie die temporäre Ersatzgestellung von stationären Systemen wie Vapor Recovery Units (VRU). Außerdem lassen sich die mobilen Anlagen mit mobilen Stickstoffverdampfern kombinieren, die den sicheren Umgang mit verflüssigten Gasen wie LNG oder Ammoniak ermöglichen.

Entgasung & VRU-Ersatzgestellung Antwerpen

Fazit

Die Explosionsgruppen IIA, IIB und IIC sind ein wesentlicher Faktor für die sichere Behandlung brennbarer Gase und Dämpfe. Sie beeinflussen die Auswahl geeigneter Komponenten und bilden gemeinsam mit den jeweiligen Prozessparametern die Grundlage für eine fachgerechte Auslegung der Emissionsminderung. Mobile Brennkammern bieten eine flexible Möglichkeit, Gas- und Dampfströme direkt am Einsatzort kontrolliert zu behandeln. Für eine sichere und effiziente Reduzierung industrieller Emissionen ist dabei stets eine auf den jeweiligen Stoff, die Prozessbedingungen und den Einsatzort abgestimmte Lösung entscheidend.

Projekt Entgasung Saugwagen